Die Losungen


   Thursday, 15. October 2026  

Klagelieder 3, 25

25  Gut ist Jahwe zu denen, die auf ihn hoffen, / und zu dem, der seine Nähe sucht

Offenbarung 3, 20

20  Merkst du nicht, dass ich vor der Tür stehe und anklopfe? Wer mich rufen hört und mir öffnet, zu dem gehe ich hinein, und wir werden miteinander essen – ich mit ihm und er mit mir




Klagelieder 3

Leiden und Trost

 1  Ich bin der Mann, der gelitten hat / durch die Rute seines Zorns. [1]  2  Mich trieb er weg und ließ mich gehen / im Dunkeln, ohne Licht  3  Nur mich trifft seine Hand, / immer wieder, jeden Tag  4  Er ließ meine Haut verfallen / und mein Fleisch; / und er zerbrach mir meine Knochen  5  Mit Bitterkeit und Qual / umbaute und umschloss er mich  6  In Finsternis ließ er mich wohnen / wie die Toten aus uralter Zeit  7  Er hat mich ummauert, ich komme nicht weg, / er hat mich in schwere Ketten gelegt  8  Auch wenn ich schrie und flehte, / er verschloss sich vor meinem Gebet  9  Mit Quadersteinen versperrt er meinen Weg. / Ich komme nicht mehr weiter  10  Wie ein Bär hat er mir aufgelauert, / wie ein Löwe im Versteck  11  Er hat mich vom Weg heruntergezerrt, / mich zerrissen und zerfleischt  12  Er spannte den Bogen und stellte mich hin, / benutzte mich als Ziel für den Pfeil  13  Die Geschosse seines Köchers / ließ er meine Nieren treffen  14  Die Leute meines Volkes lachten mich aus, / ihre Spottlieder hörte ich jeden Tag  15  Er machte mich mit Bitternissen satt / und ließ mich bitteren Wermut [15] trinken  16  Er ließ meine Zähne auf Kiesel beißen / und trat mich in den Staub  17  Du hast mich aus dem Frieden verstoßen. / Ich habe vergessen, was Glück bedeutet  18  Ich sagte: "Meine Zukunft ist verloren, / auch meine Hoffnung auf Jahwe."  19  Denke ich an mein rastloses Elend, / ist das wie Wermut und Gift  20  Doch immer wieder muss ich es tun / und bin schwermütig geworden  21  Doch das will ich mir zu Herzen nehmen, / darauf darf ich hoffen:  22  Die Güte Jahwes ist nicht zu Ende, / sein Erbarmen hört nicht auf  23  An jedem Morgen ist es neu. / Deine Treue ist groß!  24  Ich sage: "Alles, was ich habe, ist Jahwe!" / Darum hoffe ich nur auf ihn  25  Gut ist Jahwe zu denen, die auf ihn hoffen, / und zu dem, der seine Nähe sucht  26  Gut ist es, schweigend / auf die Hilfe Jahwes zu hoffen  27  Gut ist es für jeden, / schon in der Jugend ein Joch zu tragen  28  Er sitze einsam und still, / wenn man es ihm auferlegt  29  Er presse den Mund auf den Boden, / vielleicht gibt es noch Hoffnung  30  Er halte dem die Wange hin, der ihn schlägt, / und ertrage alle Demütigung  31  Denn nicht für immer / verwirft uns der Herr  32  Denn wenn er betrübt, / erbarmt er sich wieder / nach seiner großen Güte  33  Denn nicht aus Herzensfreude / fügt er Menschen Schmerz und Kummer zu  34  Dass man mit Füßen tritt / die Gefangenen im Land,  35  dass man das Recht des Menschen / vor den Augen des Höchsten beugt,  36  dass man irreführt vor Gericht, / sollte der Herr das nicht sehen?  37  Wer sonst spricht ein Wort, dass es geschieht? / War das nicht ein Befehl des Herrn?  38  Kommt nicht aus dem Mund des Höchsten / das böse und das gute Geschick?  39  Was beklagt sich der, der noch am Leben ist? / Seine Sünde sollte er beklagen!  40  Wir wollen unseren Wandel erforschen! / Und kehren wir um zu Jahwe!  41  Lasst uns Herz und Hände / zu Gott im Himmel erheben!  42  Wir haben gesündigt und dir getrotzt, / und du, du hast nicht vergeben  43  In Zorn gehüllt hast du uns verfolgt, / ohne Mitleid uns getötet  44  Du hast dich mit einer Wolke umhüllt, / kein Gebet kam mehr hindurch  45  Du hast uns zu Abfall gemacht / und zum Ekel für die Völker  46  Unsere Feinde reißen / das Maul gegen uns auf  47  Uns wurden Grauen und Grube zuteil, / Zusammenbruch und Untergang  48  Meine Tränen strömen wie Bäche, / weil mein Volk zugrunde ging  49  Meine Augen zerfließen in Tränen, / kommen nicht zur Ruhe,  50  bis Jahwe vom Himmel / herunterschaut und es sieht  51  Was ich sehen muss, tut meiner Seele weh, / das, was den Töchtern meiner Stadt geschieht  52  Die grundlos meine Feinde sind, / jagten mich wie einen Vogel  53  In der Grube wollten sie mich töten / und warfen Steine auf mich  54  Das Wasser ging mir über den Kopf. / Ich sagte: "Jetzt bin ich verloren!" [54]  55  Da rief ich deinen Namen, Jahwe, / aus der Grube schrie ich zu dir  56  Du hörtest meinen Ruf: "Verschließ nicht dein Ohr / meinem Seufzen, meinem Hilferuf!"  57  Als ich rief, kamst du in meine Nähe / und sagtest: "Fürchte dich nicht!"  58  Du kämpftest im Rechtsstreit für mich, Herr, / du hast mein Leben erlöst  59  Du sahst meine Entrechtung, Jahwe. / Verhilf mir doch zu meinem Recht!  60  Du hast ihre Rachgier gesehen, / alle ihre Pläne gegen mich  61  Du hast ihr Schmähen gehört, Jahwe, / alle ihre Pläne gegen mich,  62  ihr Gerede gegen mich / und Tag für Tag all ihren Spott  63  Schau doch ihr Tun und Lassen an! / Ich bin ein Spottlied für sie  64  Vergelte ihnen Jahwe, / was sie mir angetan haben!  65  Verblende sie, verwirre ihren Sinn! / Dein Fluch soll über sie kommen!  66  Verfolge sie in deinem Zorn und rotte sie aus / unter dem Himmel Jahwes.

[1]: Im dritten Klagelied, dem Höhepunkt des Buches, beginnt sogar jeder der drei Verse einer Strophe mit dem gleichen Buchstaben des hebräischen Alphabets.
[15]: Wermut. Heilpflanze, deren bittere Aromastoffe auch für Getränke verwendet werden, zum Beispiel in Wermutwein.
[54]: Diese und die nachfolgenden Worte erinnern an das eigene Erleben des Propheten, das er in Jeremia 38,1-13 wiedergibt.

Offenbarung 3

Die Botschaft an die Gemeinde in Laodizea

 14  "Schreibe an den Engel der Gemeinde in Laodizea [14] : Der, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung von allem, was Gott geschaffen hat, lässt der Gemeinde Folgendes sagen:  15  Ich kenne dein Tun und weiß, dass du weder heiß noch kalt bist. Wenn du doch das eine oder andere wärst!  16  Doch du bist lau, weder heiß noch kalt. Darum werde ich dich aus meinem Mund ausspucken  17  Du sagst: 'Ich bin reich und wohl versorgt; mir fehlt nichts.' Aber du weißt nicht, wie erbärmlich und jämmerlich du dran bist: arm, nackt und blind  18  Ich rate dir, Gold von mir zu kaufen, Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du etwas anzuziehen hast und man die Schande deiner Nacktheit nicht sieht, und Salbe für deine Augen, damit du sie einsalben und dann wieder sehen kannst  19  Alle, die ich lieb habe, weise ich zurecht und erziehe sie. Mach endlich Ernst und ändere deine Einstellung  20  Merkst du nicht, dass ich vor der Tür stehe und anklopfe? Wer mich rufen hört und mir öffnet, zu dem gehe ich hinein, und wir werden miteinander essen – ich mit ihm und er mit mir  21  Wer den Kampf besteht, dem werde ich das Recht geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich den Kampf bestanden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe  22  Wer hören will, achte auf das, was der Geist den Gemeinden sagt!"


[14]: Laodizea. Reiche Handelsstadt, 50 km südlich von Philadelphia. Sie wurde von lauwarmem Wasser aus den 10 km nördlich gelegenen Heißwasserquellen versorgt.










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