Psalm 89, 12-13
12 Dein ist der Himmel und dein auch die Erde. / Du erschufst die Welt und was sie erfüllt 13 Norden und Süden hast du gemacht, / Tabor [13] und Hermon [13] jubeln dir zuApostelgeschichte 17, 26
26 Aus einem einzigen Menschen hat er alle Völker hervorgehen lassen. Er wollte, dass sie die Erde bewohnen, er bestimmte die Zeit ihres Bestehens und die Grenzen ihres GebietesPsalm 89
Hat Gott das Haus Davids verworfen?
1 Ein Lehrgedicht von Etan, dem Esrachiter 2 Immer will ich die Gnade besingen, die Jahwe uns erwiesen hat, / und den nach uns Kommenden verkündigen wie treu du bist! 3 Ja, ich bekenne: "Die Gnade ist auf Dauer gebaut, / deine Treue steht im Himmel fest!" 4 Ich schloss einen Bund mit meinem Erwählten / und schwor meinem Diener David: 5 "Deine Nachkommenschaft wird ewig bestehen; / für immer hat dein Königshaus Bestand!" // 6 Die Himmel preisen deine Wunder, Jahwe, / deine Treue die versammelten Engel. [6] 7 Wer über den Wolken ist so wie Jahwe, / welches himmlische Wesen gleicht ihm? 8 Gott ist gefürchtet im himmlischen Rat; / Ehrfurcht packt alle, die rings um ihn sind 9 Jahwe, allmächtiger Gott, wer ist wie du? / Mächtig bist du, Jahwe, und die Treue in Person 10 Du beherrschst das Ungestüm des Meeres, / wenn seine Wogen toben, glättest du sie 11 Du hast Ägypten durchbohrt und zertreten, / mit starkem Arm deine Feinde zerstreut 12 Dein ist der Himmel und dein auch die Erde. / Du erschufst die Welt und was sie erfüllt 13 Norden und Süden hast du gemacht, / Tabor [13] und Hermon [13] jubeln dir zu 14 Dein ist der Arm mit gewaltiger Kraft, / dein die siegreich erhobene Hand 15 Gerechtigkeit und Recht gründen deinen Thron, / Gnade und Wahrheit sind die Boten vor dir 16 Wie glücklich ist das Volk, das den Festjubel kennt! / Sie leben im Licht deiner Nähe, Jahwe 17 In deinem Namen freuen sie sich jeden Tag, / an deiner Gerechtigkeit richten sie sich auf 18 Denn der Ruhm ihrer Stärke bist du, / und deine Gnade vermehrt unsere Kraft 19 unser schützender Schild gehört Jahwe, / unser König dem Heiligen des Volkes Israel 20 Damals sprachst du in einer Vision zu denen, die dich lieben: / "Einen Helden habe ich zum Helfer gemacht, / einen Erwählten erhöht aus dem Volk 21 Ich habe meinen Diener David gefunden / und ihn mit dem heiligen Öl zum König gesalbt 22 Ich begleite ihn mit starker Hand / und mein Arm verleiht ihm die nötige Kraft 23 Kein Feind soll ihn überlisten, / kein Gottloser setzt ihn herab 24 Seine Gegner zerschlag ich vor ihm, / und die ihn hassen, mache ich klein 25 Meine Treue und Gnade sollen mit ihm sein, / und durch meinen Namen wächst seine Macht 26 Seine Herrschaft breite ich aus bis zum Meer, / bis zu den Strömen seine Gewalt 27 Er wird zu mir sagen: 'Du bist mein Vater, / mein Gott, mein rettender Fels!' 28 Ich mache ihn zum erstgeborenen Sohn, / zum größten aller Könige der Erde 29 Meine Gnade will ich ihm ewig bewahren, / ich stehe zu meinem Bund mit ihm 30 Sein Königsgeschlecht will ich für immer erhalten; / sein Thron wird bleiben, solange der Himmel besteht 31 Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen / und nicht nach meinen Ordnungen leben, 32 wenn sie meine Gesetze entweihen / und meine Gebote nicht halten, 33 dann bestrafe ich ihr Vergehen mit dem Stock, / ihre Ungerechtigkeit mit Schlägen 34 Aber meine Gnade entziehe ich ihm nicht, / und meine Treue verleugne ich nicht 35 Ich werde meinen Bund nicht entweihen, / und meine Worte ändere ich nicht ab 36 Einmal schwor ich bei meiner Heiligkeit: / 'Ich werde David niemals belügen 37 Sein Königsgeschlecht soll ewig bestehen, / sein Thron, solange es die Sonne gibt 38 Er stehe ewig fest wie der Mond.' / Denn dieser Zeuge in den Wolken ist treu."// 39 Und doch hast du verstoßen und verschmäht; / du wurdest zornig auf deinen Gesalbten, 40 hast den Bund mit deinem Diener gelöst, / seine Krone im Schmutz entweiht 41 Seine Mauern hast du durchbrochen, / seine Burgen in Trümmer gelegt 42 Alle, die vorbeikommen, plündern ihn aus. / Den Nachbarn dient er zum Gespött 43 Seinen Gegnern gabst du den Sieg, / alle seine Feinde hast du erfreut 44 Sein Schwert hast du stumpf werden lassen, / hast ihn im Kampf nicht unterstützt 45 Seinem Glanz hast du ein Ende gemacht, / seinen Thron zu Boden gestürzt 46 Du hast ihn vorzeitig alt werden lassen, / mit Schimpf und Schande ihn bedeckt. // 47 Wie lange noch willst du dich verbergen, Jahwe, / lodert wie Feuer dein Zorn? 48 Denk doch daran, wie kurz mein Leben ist, / zu welcher Nichtigkeit du die Menschen erschufst! 49 Wo ist der Mann, der unsterblich ist, / der sein Leben aus der Macht des Todes befreit? // 50 Herr, wo sind deine früheren Gnadenerweise, / die du David bei deiner Treue geschworen hast? 51 Herr, denk doch daran, wie man deine Diener beschimpft, / wie ich es von den vielen Völkern ertrage, 52 wie deine Feinde höhnen, Jahwe, / wie sie alles verlachen, was dein Gesalbter unternimmt 53 Gelobt sei Jahwe für immer! Amen [53] , ja, amen!Viertes Buch:
[6]: Engel. Wörtlich: der Heiligen. Gemeint ist auf jeden Fall eine himmlische Versammlung. Siehe Psalm 82,1.
[13]: Tabor. Kegelförmiger Berg, 8 km östlich von dem späteren Nazaret gelegen, 588 m über NN.
Hermon. Drei fast gleich hohe (über 2800 m) schneebedeckte Gipfel in Nordgaliläa.
[53]: Amen. Hebräisch: Es werde wahr! Oder: So sei es!
Apostelgeschichte 17
In Athen
16 Während Paulus nun in Athen auf die beiden wartete, stellte er fest, dass die Stadt voll von Götzenbildern war. Das empörte und erschütterte ihn im Innersten 17 So redete er mit den Juden und den griechischen Gottesfürchtigen in der Synagoge und diskutierte jeden Tag auf dem Markt mit denen, die er dort antraf 18 Dabei wurde er auch von epikureischen [18] und stoischen [18] Philosophen angegriffen. Einige von ihnen sagten: "Was will dieser komische Vogel [18] eigentlich?" Andere meinten: "Er scheint Propaganda für fremde Götter zu machen." Das sagten sie, weil Paulus das Evangelium von Jesus und der Auferstehung verkündigte 19 Schließlich nahmen sie ihn mit auf den Areopag [19] . "Wir wollen erfahren", sagten sie, "was das für eine neue Lehre ist, die du da vorträgst 20 Denn du bringst etwas Fremdes vor unsere Ohren, und wir möchten wissen, worum es dabei geht." 21 Die Athener nämlich und alle Fremden in der Stadt hatten für nichts so viel übrig, als Neuigkeiten zu erzählen oder zu hören 22 Da stellte sich Paulus mitten auf den Areopag und begann: "Ihr Männer von Athen, nach allem, was ich sehe, seid ihr außergewöhnlich religiöse Leute 23 Denn als ich durch die Straßen ging und eure Heiligtümer betrachtete, stieß ich auf einen Altar mit der Inschrift: 'Dem unbekannten Gott'. Diese Gottheit, die ihr ohne zu kennen verehrt, verkündige ich euch 24 Meine Botschaft handelt von dem Gott, der die Welt geschaffen hat und alles, was dazu gehört. Als Herr von Himmel und Erde wohnt er natürlich nicht in Tempeln, die Menschen gebaut haben 25 Er braucht auch keine Bedienung von Menschen, so als ob er noch etwas nötig hätte. Denn er ist es ja, der uns das Leben und die Luft zum Atmen und überhaupt alles gibt 26 Aus einem einzigen Menschen hat er alle Völker hervorgehen lassen. Er wollte, dass sie die Erde bewohnen, er bestimmte die Zeit ihres Bestehens und die Grenzen ihres Gebietes 27 Er wollte, dass sie nach ihm fragen, dass sie sich bemühen, ihn irgendwie zu finden, obwohl er keinem von uns wirklich fern ist 28 Denn 'durch ihn leben wir, bestehen wir und sind wir' [28] . Oder wie es einige eurer Dichter [28] ausgedrückt haben: 'Denn auch wir sind von seiner Art.' 29 Wenn wir nun von Gott abstammen, sollten wir nicht denken, das Göttliche sei so wie ein goldenes, silbernes oder steinernes Gebilde, das menschliche Erfindungskunst hervorgebracht hat 30 Gott hat zwar über die Unwissenheit vergangener Zeiten hinweggesehen, doch jetzt fordert er alle Menschen überall auf, ihre Einstellung zu ändern 31 Er hat nämlich einen Tag festgesetzt, an dem er über die ganze Menschheit Gericht halten und ein gerechtes Urteil sprechen wird. Und zum Richter hat er einen Mann bestimmt, den er für die ganze Welt dadurch beglaubigte, dass er ihn von den Toten auferweckt hat." 32 Als sie von einer Auferstehung der Toten hörten, lachten ihn einige der Zuhörer aus. Andere aber sagten: "Darüber wollen wir später noch mehr von dir hören." 33 Als Paulus dann die Versammlung verließ, 34 schlossen sich ihm einige Leute an und kamen zum Glauben. Unter ihnen war Dionysius [34] , ein Mitglied des Gerichts auf dem Areopag, eine Frau namens Damaris und noch einige andere.[18]: Epikureer. Schüler des Epikur (341-270 v.Chr.), dessen ethisches System Freude und Ausgeglichenheit zum Lebensziel erklärte und dessen Götter sich nicht um menschliche Angelegenheiten kümmern würden.
Stoiker. Schüler des Zenon von Kition (334-263 v.Chr.), die ihren Namen von ihrem Versammlungsort, der Stoa ableiteten. Sie lehrten, dass ein pantheistisch gedachter Gott die Seele des Kosmos sei. Die Menschen sollten in Harmonie mit der Natur leben, ihre eigene Unabhängigkeit erkennen und jede Leidenschaft unterdrücken.
komischer Vogel. Wörtlich: Körnerpicker, d.h. einer der herumliegende Brocken sammelt, Schwätzer.
[19]: Areopag. Ein dem griechischen Kriegsgott Ares geweihter Hügel in der Stadt, westlich der Akropolis, auf dem seit alter Zeit Recht gesprochen wurde. Dort tagte die höchste politische und richterliche Instanz des römischen Athen.
[28]: Das klingt an ein Zitat des kretischen Dichters Epimenides (6. Jh. v.Chr.) an, der auch in Athen wirkte.
Gemeint sind der stoische Dichter Aratus aus Soloni in Zilizien, der Heimat des Paulus (3. Jh. v.Chr.), und Kleanthes aus Assos in Kleinasien (304-233 v.Chr.), die es ursprünglich auf Zeus oder einen Logos bezogen.
[34]: Dionysius. Er gehörte dem Gerichtshof über Religion und Erziehung an und wurde später der führende Älteste der Gemeinde Athen.
Quellen
Neue evangelische Übersetzung: © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.04) www.derbibelvertrauen.de
Die Losungen: © Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine. Weitere Informationen finden Sie hier.